Wasserversorgung

Rottenschwiler Trinkwasser

Rottenschwil bezieht das Trinkwasser aus dem eigenen Grundwasserpumpwerk Rütimatten. Regelmässige Kontrollen des kantonalen Laboratoriums bestätigen die hohe Qualität unseres Trinkwassers. Der übliche Bedarf an Trink-, Brauch- und Löschwasser ist somit gewährleistet. Für die Notversorgung besteht mit der Gemeinde Unterlunkhofen ein Vertrag für die gegenseitige Wasserabgabe.

Messung vom 18. August 2020

Wasserhärte

33.2 °fH (Französischer Härtegrad)

Nitrat

27 mg/l

Chlorothalonilsulfonsäure R417888

0.063 μg/l (Grenzwert: 0.10 μg/l)

Chlorothalonil-Metabolit R471811

0.59 μg/l (Grenzwert: 0.10 μg/l)

Chlorothalonil-Metabolit SYN507900

<0.020 μg/l (Grenzwert: 0.10 μg/l)


Was ist Chlorothalonil?

Chlorothalonil ist ein Pestizid-Wirkstoff, der in Pflanzenschutzmitteln seit den 1970er Jahren gegen Pilzbefall als sogenanntes Fungizid zugelassen war. Er gelangt vor allem im Anbau von Getreide, Gemüse, Wein und Zierpflanzen zur Anwendung. In der Vergangenheit wurden in der Schweiz jährlich rund 30 Tonnen Chlorothalonil eingesetzt. Dieser Stoff sickerte durch den Untergrund, und heute können seine Abbauprodukte (sogenannte Metaboliten) auch im Trinkwasser in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen werden.

Warum ist Chlorothalonil ein Thema?

Aufgrund neuer toxikologischer Erkenntnisse der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) 2019 den Wirkstoff Chlorothalonil neu beurteilt und festgestellt, dass für dessen Abbauprodukte Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung vorliegen. In der Folge hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) allen Produkten, die den Wirkstoff Chlorothalonil enthalten, die Zulassung entzogen. Seit dem 1. Januar 2020 dürfen in der Landwirtschaft keine chlorothalonilhaltigen Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden. Dennoch bleibt unklar, wie lange es dauert, bis das Mittel aus den Böden verschwindet: Schätzungen gehen von einer Dauer von rund einem Jahrzehnt aus, bis die Abbauprodukte auf 10 Prozent der Ausgangsmenge reduziert sind.

Ende 2019 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen den Wirkstoff Chlorothalonil wiederum neu beurteilt, was zur Folge hatte, dass sämtliche Abbauprodukte von Chlorothalonil als «relevant» eingestuft wurden. Bei einem dieser neu als «relevant» eingestuften Abbauprodukte, dem Metaboliten R471811, wurden in weiten Teilen des Schweizer Mittellands Überschreitungen des Höchstwerts festgestellt. Allein im Kanton Aargau geht man davon aus, dass rund zwei Drittel der Wasserversorgungen betroffen sind.

Kann man das Rottenschwiler Wasser weiterhin bedenkenlos trinken?

Ja. Gemäss Angaben des Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen weist der neu als relevant eingestufte Metabolit R471811 nicht dieselben toxikologischen Eigenschaften auf wie Chlorothalonil-Sulfonsäure (Metabolit R417888) und wird nicht als gesundheitsgefährdend eingestuft. Auch das Amt für Verbraucherschutz hat im Februar 2020 erklärt, dass das Aargauer Trinkwasser «ein sicheres Lebensmittel» bleibe und «weiterhin ohne Einschränkungen konsumiert» werden könne (siehe dazu die Medienmitteilung des Amts für Verbraucherschutz unter «Mehr zum Thema»).

Die Wasserversorgung Rottenschwil kontrolliert ihr Trinkwasser regelmässig gemäss den Empfehlungen des Aargauer Amts für Verbraucherschutz.

Kontakt

Konstantin Wey
Wasserwart

Tel. 056 634 46 89
Natel 079 789 88 66

Roger Münger
Wasserwart-Stv.

Natel 079 336 42 38

Bericht amtliche Trinkwasserkontrolle vom 14. September 2016 (Bild)
Bericht amtliche Trinkwasserkontrolle vom 14. September 2016